Das Haus lebt!

Gebäudebewohnende Fledermausarten sind beispielsweise die Zwergfledermaus oder die Breitflügelfledermaus. Aber auch viele andere Fledermausarten können an Gebäuden wohnen. Sie nutzen als Quartiere zum Beispiel jederart Spalten und Ritzen, auch Dachböden werden gern angenommen. 

Auch Mausohren gehören dazu: Sie besiedelten große Dachböden von Kirchen, Klöstern und Schlössern.

Die Fledermausbestände sind jedoch in den letzten 40 Jahren stark zurückgegangen. Ursachen für ihren extremen Rückgang sind vor allem Nahrungsmangel durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft; die Vergiftung durch Holzschutzmittel in Gebäudequartieren und die Vernichtung von Quartieren durch Dachdeckarbeiten, Sanierungen und Wärme-Isolierungen.

Obdachlos in eisiger Kälte! Fledermäuse finden kein Winterquartier!

Mit Beginn der Kälte suchen viele Fledermäuse einen frostsicheren Ort zum Überwintern. Doch leider gibt es wegen Baumfällungen und Haussanierungen kaum noch Platz für Fledermäuse. Viele Tiere sieht man gerade im Winter umherfliegen im verzweifelten Versuch, ihr Leben zu retten, doch ein gutes Quartier finden nur Wenige. Die anderen fliegen aus Verzweiflung in Gebäude ein oder erfrieren. Bitte helfen Sie den Fledermäusen zu überleben. - Setzen Sie sich für den Erhalt und die Schaffung von Winterquartieren ein.

Wie können Sie helfen?

Fledermauskot hinter abgenommener Attika

Achtung bei der Sanierung der Attika! Besonders beliebt bei Fledermäusen ist die Attika von Gebäuden: Die Tiere kriechen unter die Attika und suchen sich dort geeignete Stellen. Auch Winterquartiere können sich unter einer Attika befinden. Auf dem Foto ist der Fledermauskot zu erkennen, nachdem die Attika abgenommen wurde. Für die Attika gibt es Lösungen, die Fledermausquartiere zu erhalten oder an derselben Stelle Ersatz zu schaffen.

Bei Sanierung und Wärmedämmung von Fassaden und Dächern gehen viele - meist kaum sichtbare - Fledermaus-Quartiere verloren, weil die Zugänge verschlossen werden oder weil der Hohlraum durch die Maßnahme verschwindet. Im schlimmsten Fall werden die Tiere lebendig eingemauert. Ein weiteres Problem ist, dass die Wärme nach erfolgter Dämmung im Inneren des Gebäudes gehalten wird, außen jedoch, wo die überwinternden Fledermäuse sitzen, wird es nicht mehr ausreichend warm, sodass das Quartier bei strengem Frost nicht mehr für den Winterschlaf geeignet ist.

Woran erkenne ich Fledermausquartiere an Gebäuden?

Fledermauskot auf Fensterbank

Ein Hinweis auf Fledermäuse an Gebäuden sind kleine, längliche Kotkrümel, die dicht an der Hauswand oder auf Vorsprüngen wie Fensterbrettern liegen (Abb.1).   Fledermauskot ist ungefährlich und kann als Pflanzendünger verwendet werden.

Quartier in Fenstermulde

Kaum sichtbar in nur winzigen Ritzen können Fledermäuse versteckt sein. Hier ein Quartier direkt in einer Fenstermulde, rechts oben zu sehen.

Typische Quartiermöglichkeiten

 

am Schornstein

unter Dachziegeln / Vorsprüngen

auf dem Dachboden

in Mauerspalten

unter der Attika

hinter Fensterläden

in Rollladenkästen

in Kellereinflügen

in Baumhöhlen und Stammrindenspalten

in Asthöhlen und Astrindenspalten

Was ist zu tun, wenn Sie ein Fledermausquartier am Haus haben oder vermuten?

Wenn keine Veränderungen am Haus bevorstehen, dann ist gar nichts weiter zu tun. Wenn möglich sollten Sie versuchen, die Gefahren am Haus zu minimieren. 

Wenn das Quartier in Hannover oder der Region Hannover ist, dann würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns kontaktieren und wir das Quartier kartieren dürften. (Kontaktformular ganz unten auf dieser Seite)

Wenn Sie Umbaumaßnahmen planen, ist es besonders wichtig, auf das Quartier / die Quartiere zu achten. Daher empfiehlt der BUND bei der Planung von Gebäudesanierungen bereits von Experten das Gebäude auf Fledermäuse untersuchen zu lassen, wenn es auch nur geringe Anzeichen gibt, dass sie dort Schlafplätze oder Wochenstuben haben. Bei Renovierungsmaßnahmen muss auf die gesetzlich streng geschützten Tiere Rücksicht genommen werden. Ihre Quartiere dürfen nicht verschlossen oder vernichtet werden. Wenn Fledermaus-Quartiere von Baumaßnahmen betroffen werden, muss bei der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. In Zusammenarbeit mit dem Bauherrn wird versucht, die Beeinträchtigung der Tiere so gering wie möglich zu halten, Quartiere und Quartiereinflüge zu erhalten oder Ersatzquartiere zu schaffen. Dafür ist es erforderlich eine/n Fachgutachter/in zu Rate zu ziehen. Der BUND oder die Untere Naturschutzbehörde helfen Ihnen bei der Vermittlung.

Neue Quartiere für Fledermäue

Einbau eines Ganzjahresquartiers (Foto: Herr Schwegler)

Wenn Sie ein Quartier für Fledermäuse bauen möchten, verwenden Sie bitte nur hochwertiges Material. Bitte beachten Sie, dass das Material frostfest sein muss und das Quartier im Winter frostfrei bleiben muss, damit die Tiere dort überwintern können. 

Fledermausquartiere - Für jeden Gebäudetyp gibt es eine gute Lösung

Beispiel: Fledermaussteine in Klinkerfassade (Foto: Klaus Hasselfeldt)

Im Handel werden heute eine Anzahl verschiedenartiger Kästen angeboten, die sich für die Anbringung auf der Fassade eignen oder für den Einbau in die Wärmedämmung. Die Kästen können in der jeweiligen Fassadenfarbe - wenn gewünscht - gestrichen werden und fallen dann kaum noch auf.

Fledermausquartiere in unterschiedlichen Himmelsrichtungen anbieten

Da die Tiere je nach Jahreszeit und Witterung unterschiedlich temperierte Quartiere brauchen, ist es günstig, an mehreren Seiten des Hauses Kästen anzubringen. Wenn Kästen in unterschiedlichen Himmelsrichtungen angebracht werden, suchen sich die Tiere je nach Wetterlage den für sie am angenehmsten temperierten aus. 

Ungenutzte Dachräume für Fledermäuse öffnen

Fledermaussilouette für Einflug - Fa. Strobel

Um Dachräume für Fledermäuse zu öffnen oder weiterhin zugänglich zu machen, kann ein Einflugsbereich im ungenutzten Dachraum offen gelassen werden. Auch bei ausgebauten Dachböden bleibt manchmal der kleine Teil des Spitzbodens ungenutzt: Dieser reicht aus, um Fledermäusen ein Quartier anzubieten. 

Sie möchten den Tieren Fledermauskästen anbieten?

Dann clicken Sie hier.

Umbau / Sanierung / Abriss trotz Fledermausquartier?

Ein Umbau / Sanierung / Abriss trotz bestehendem Fledermausquartier ist gemäß dem Naturschutzgesetz nicht gestattet. 

Gern helfen Ihnen die Naturschutzbehörden weiter, eine Lösung für Ihr Anliegen zu finden. 

Region Hannover - Naturschutz - Team Region West 
Tel.: (0511) 616-22618 E-Mail: Bernd.Rittberg@region-hannover.de

Region Hannover - Naturschutz – Team Region Ost einschließlich LH Hannover: 
Tel.: (0511) 616 – 22672 E-Mail: Gisela.Runge@region-hannover.de

 

Auch der BUND hilft Ihnen gern:

BUND Region Hannover (05 11) 66 00 93 E-Mail: bund.hannover@bund.net

Bitte beachten Sie auch die ausführlichen Informationen des BUND Region Hannover AG Gebäudebrüter

Artenschutz am Bau - der BUND Landesverband Niedersachsen berät Sie gern!

Praxishandbuch "Artenschutz bei Gebäudesanierungen"

Der BUND Landesverband Niedersachsen hat zum "Artenschutz bei Gebäudesanierungen" eine Broschüre und ein Handbuch herausgegeben - hier geht's zum kostenlosen Download.

Welche Fledermäuse leben in Gebäuden?

Der NABU bietet ein hervorragendes Artenporträt an. Hier erhalten Sie ausführliche Informationen über jede einzelne Fledermausart. 

Fledermauskot

Auf dem Foto sehen Sie Fledermauskot. Dieser Kot ist ungefährlich und beeinträchtigt nicht Ihre Gesundheit. Der Kot eignet sich hervorragend als natürlicher Dünger für Topf- und Gartenpflanzen. Wenn Sie Fledermauskot mehrfach an derselben Stelle finden, deutet dies sogar auf ein Fledermausquartier hin. Für eine Beratung kontaktieren Sie bitte unsere Geschäftsstelle 0511 / 660093. Stört Sie der Kot an der Stelle? Wir beraten Sie gern:

Ihre Frage:

Sie haben ein von Fledermäusen bewohntes Quartier am Haus?

Wenn Sie in Hannover oder der Region Hannover wohnen und ein von Fledermäusen besetztes Quartier am Haus haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns das Quartier melden. Wir können so weitere Erkenntnisse gewinnen, welche Fledermausarten in welchen Gebiet vertreten sind und welchen Lebensraum sie bevorzugen. Zudem erfolgt ein Eintrag des Quartiers beim NLWKN und in der Internet-Batmap (NABU Niedersachsen), so dass auch dort weitere Erkenntnisse über Verbreitungsgebiete und Quartiere gewonnen werden können. Die Eintragungen erfolgen anonym. Ihr Name wird nicht genannt, es wird lediglich die Fledermausart an der entsprechenden Anschrift als Quartier vermerkt.  

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